Wie ich auf die Welt kam

Steckbrief

Name: Sidney Denise

geboren am: 29.11.2007

Geburtsgröße: 48,5 cm

Kopfumfang: 30,2 cm

Geburtsgewicht: 2220 gr

Sternzeichen: Schütze

Am 29.11.2007 erblickte ich um 15.40 Uhr das Licht der Welt. Man könnte auch sagen, ich schrie den OP zusammen, denn mir wurde sehr kurzfristig der Mietvertrag gekündigt und   ich flog in der 34+5 SSW aus meinem Appartement raus ;-)

Wie es dazu kam, könnt ihr hier lesen...

Wie ihr in der Rubrik Schwangerschaft vielleicht schon gelesen habt, lief Mamas Schwanger-schaft nicht ganz komplikationslos. Nach dem der Frauenarzt Mama Ende der 32. Woche nun eine Krankenhauseinweisung zwecks Überwachung und Einstellung gab, genehmigte Mama sich -noch in dem Glauben mit Babybauch wieder rauszukommen- ein Wochenende zu Hause.

Am Montag, den 19.11.07 wurde sie dann im Krankenhaus St. Adolf-Stift stationär aufgen-ommen. Nach einigen Untersuchungen wurde dann noch ein Langzeitblutdruckmessgerät angestöpselt. Am nächsten Tag wurden die Messungen ausgewertet, diese ergaben einen Durchschnittswert von 200/115. Nun wurde die Höchstdosis an Presinol angeordnet und Mama bekam über zwei Tage die Lungenreife gespritzt. Mama machte das etwas stutzig, hieß es doch einen Tag zuvor, das wäre nicht nötig.

Es gab nun jeden Tag nebst diverser Untersuchungen und Blutdruckmessungen 3 x CTGs, wobei ich die irgendwie immer verschlafen hatte und geweckt werden musste. Mama war schon richtig kaputt, da es ihr immer schlechter ging und sie dort kaum Schlaf bekam. Die Ärzte konnten Mama aber nicht sagen, wann sie wieder raus könne, was sie etwas traurig machte, denn sie wusste nicht, was der nächste Tag bringen würde. Und wer fühlt sich schon im Krankenhaus wohl, auch wenn die Station dort echt nett war?! Es fühlte sich auch komisch für sie an, das sie im Flur lauter Mamis mit ihren frischgeborenen Babys traf und selbst aber noch fast 7 Wochen bis zum ET hatte.

Am Montag, den 26.11.07 war der Blutdruck wieder etwas besser. Es sollte noch ein Kontroll CTG und Doppler gemacht werden, dann stünde einer ambulanten Überwachung eigentlich nichts im Weg...dachten meine Eltern zumindest. Beim Doppler kam es dann anders. Der Oberarzt schallte und meinte, Fruchtwasser wäre weniger geworden, die Plazenta sei nun arg verkalkt und die Versorgung sei schlechter geworden. Er wollte mit dem Chefarzt Rücksprache halten und bat meine Eltern draussen Platz zu nehmen. 

Mama wurde ganz komisch im Bauch, dann kam auch schon der Arzt wieder. Er sagte, das es am besten wäre, wenn ich Ende der Woche geholt werden würde, spätestens am Montag. BUFF, das hat gesessen. Statt einer Entlassung stand nun eine baldige Geburt an. Der Arzt erklärte halt noch, dass er sich um eine Verlegung kümmern würde, falls sie es wünschen, da das Krankenhaus leider nicht über eine Neonatologie verfüge und man mich so nach der Geburt in ein anderes Krankenhaus verlegen müsse. 

Mit diesen Worten gingen Mama und Papa wieder zurück auf Station, im Fahrstuhl fing Mama zu weinen an. Sie war überrumpelt, geschockt und noch gar nicht bereit, ihre Schwangerschaft jetzt schon aufzugeben. Mama besprach sich mit Papa und teilte dann der Station den Wunsch der Verlegung mit.

Am nächsten Tag wurde dann die Verlegung ins Marienkrankenhaus veranlasst. Dies passte Mama eigentlich gar nicht, denn sie hatte bei der Geburt meines Bruders keine so guten Erfahrungen gemacht. Dort angekommen, wartete Mama schon mal zwei Stunden auf ihr Aufnahmegespräch. Es wurde erneut ein Doppler gemacht und meinen Eltern wurde mitgeteilt, dass sie versuchen wollen, den Blutdruck einzustellen und mich zumindest bis zur 36. Woche zu bringen. Also quartierte Mama sich ein. Da der Blutdruck wieder stieg, gab es jetzt noch Betablocker dazu. Doch es wurde nicht besser.

Am 28.11.07 gab es weitere Untersuchungen, die Blutwerte wurden schlechter, gegen den Bluthochdruck bekam Mama nun Adalat dazu. Mama bekam dann abends starke Kopfschmerzen, selbst Schmerzmittel halfen nicht. Ihr wurde dann noch ein Zugang gelegt und erneut Blut fürs Labor abgenommen. Mama war kräftetechnisch am Ende.

Am 29.11.07 wurde Mama dann so gegen 7 Uhr morgens zum CTG geschickt, auf dem Weg dorthin ging Mama auf die Toilette. Sie bekam die Augen gar nicht richtig auf und als sie in den Spiegel schaute, sah sie, das ihr Gesicht nun auch noch angeschwollen war. Beim CTG wurde der Blutdruck alle 10 Minuten mitgemessen und jedes Mal ging der Alarm an. Das kannte Mama aber schon, doch diesmal kam die Ärztin dazu und fragte wie es ihr ginge. Sie schilderte die Nacht und auch der Ärztin fielen die Schwellungen auf. Dann ließ sie den Blutdruck mit zwei Manschetten nochmals messen und fragte Mama, ob sie schon was gegessen habe, sie verneinte. Die Ärztin sagte, sie würde mit den Oberärzten meine Werte besprechen wollen und gleich wiederkommen.

Nach einigen Minuten kam sie dann auch wieder und sagte Mama, das sie nun eine schwer ausgeprägte Präeklampsie habe und sie heute noch Mama werden würde, da es zu gefährlich für beide sei. Mama schluckte, sie konnte sich gar nicht vorstellen, in einigen Stunden erneut Mama zu sein, sie hatte auch Angst um mich. Doch es kam auch ein bischen Erleichterung in ihr auf, dass diese Ungewißheit nun hoffentlich bald ein Ende hat. Da der OP Plan voll war, konnten sie Mama nicht sagen, wann sie genau den Kaiserschnitt bekommen würde. Sie sollte auf jeden Fall Papa anrufen, damit er sich auf den Weg machen kann. Mama rief daraufhin Papa an. Der war genauso perplex und war ganz aufgeregt. Mama dagegen war noch dem ersten Schreck ganz gelassen. Sie hatte nur ein Loch im Magen, da sie seit dem Abend zuvor nichts mehr gegessen und getrunken hatte. Nun rief sie noch schnell Tante Melli an, denn sie wollte auf keinen Fall meine Geburt verpassen.

Bald darauf kam mein Papa im Krankenhaus an und half Mama in ein anderes Zimmer umzuziehen, genau in das gleiche, in dem Mama vor über 4 Jahren mit meinem Bruder lag. Papa war sowas von aufgeregt, der lief rum wie ein Haufen aufgeschreckter Hühner, so dass Mama ihn erstmal zur Seite nahm und beruhigte. Kurze Zeit später kam Tante Melli und die helle Aufregung ging weiter...hihi. Mama war immer noch gelassen und total übermüdet. Sie bekam dann noch eine Infusion. Dann wurde sie zum CTG gerufen, dabei wurde erneut ein Labor gemacht. Nach ca. einer Stunde kam mein Papa hinterher, weil er dachte, die hätten Mama schon in den OP geschoben ohne ihm Bescheid zu geben. Aber das hätte Mama nie zugelassen. Nachdem die Werte da waren, hieß es dann, es würde gleich losgehen und ich solle noch den Cocktail schlürfen und das schicke OP-Hemdchen anziehen. Papa sollte dann schnell Melli Bescheid geben.

Und dann ging es auch schon los Richtung OP. Bei der Schleuse trennten sich Mamas und Papas Wege kurzfristig, damit Mama für den Eingriff vorbereitet werden konnte. Sie hatte sich für die Spinalanästhesie entschieden, damit Papa dabei sein kann. Bei der Vorbereitung kam Mama sich etwas komisch vor, da es so geplant ablief. Denn sie hatte zwar schon einen Kaiserschnitt gehabt, doch der kam erst nach einem Geburtstillstand und vielen, vielen Wehen. Diesmal bekam sie es alles genau mit, die Vorbereitungen, die Anästhesie, die ganzen Menschen im OP. Die Betäubung setzte diesmal schneller ein. Papa kam hinzu und setzte sich an Mamas Kopfende. Mama merkte die Schnitte, sie taten nicht weh, aber es war ein merkwürdiges unangenehmes Gefühl. Jetzt drückten die Ärzte auf Mamas Bauch und sie wusste, das ich nun gleich da sein würde.

Um 15.40 Uhr teilte ich meine Geburt lauthals allen mit...

Mama weinte vor Erleichterung. Das sich mich hörte, war für sie ein gutes Zeichen. Auch Papa standen die Tränen in den Augen. Da ich so früh dran war, wurde ich als erstes von den Ärzten untersucht. Mama bekam mich ein paar Sekunden zu sehen, konnte aber nicht viel erkennen, nur ein kleines Bündel. Dann brachten sie mich auf die Neonatologie. Papa ging zu Melli und Mama wurde zusammengenäht. Dann kam Mama in den Kreissaal zur Überwachung. Mama wollte wissen, wie es mir ging, doch es gab noch keine Infos. Kurz darauf kam eine Schwester und spritzte Mama Rhesogam, da sie Blutgruppe negativ und ich positiv war. Endlich sagte man ihr, das es mir gut ginge. Meine Eltern waren erleichtert.

Nun kam Tante Melli hinzu und Mama berichtete von der Geburt. Dann durfte Mama nach ca. einer Stunde schon aus dem Kreissaal, da dort wieder sehr viel los war und sie den Kreissaal brauchten. Das war Mama aber sehr recht, denn sie hatte tierischen Hunger. So schickte sie Papa gleich los und es gab Pizza für alle. Nach dem Essen wollte Mama zu mir und rief die Schwester, die etwas erstaunt war, dass Mama schon zwei Stunden nach der Operation aufstehen wolle. Aber Mama wollte unbedingt zu mir. Mit dem Rolli fuhren Papa und Melli sie dann zur Neo-Station. Als Mama mich da in diesem Kasten liegen sah, kullerten die Tränen. Ich sei so klein und zart und doch so stark, ein kleines Wunder.

____________________________________________________________________________________ 

Zur Geburt haben meine Eltern mir schon ein Armband mit meinem Namen anfertigen lassen, das ist total süß, bis es passt, muss ich aber noch warten.

 

 

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!